Bewirtschaftung des Grünlandes:
Die Weidehaltung bei der Milcherzeugung geht immer mehr zurück, auch wenn auf Milchpackungen gerne weiter mit dem Bild der glücklichen Kuh auf der Weide Werbung gemacht wird.
Traditionell wird Grünland in Schleswig-Holstein vor allem als Weideland für Rinder genutzt. Milch, die von Kühen stammt, die auf der Weide gehalten werden, ist nachweisbar gesünder. Außerdem schätzen die VerbraucherInnen auch diese Form der Tierhaltung zu Recht als besonders artgerecht ein. Die Milchwirtschaft konnte sich in der Vergangenheit in Schleswig-Holstein gut entwickeln, weil die natürlichen Voraussetzungen gut waren: fruchtbare Böden, relativ hohe Niederschläge und, besonders an der Westküste und in den niedrig gelegenen Bereichen der Geest, so feuchte Böden, dass eine Ackernutzung weniger wirtschaftlich oder sogar technisch lange Zeit unmöglich war.
Die Milchmarktpolitik der EU hat zum Ziel, die Milcherzeuger in der EU „für den Weltmarkt fit zu machen“. Einige Milchviehhalter gehen deshalb dazu über, ihre Tiere ganzjährig im Stall zu halten. Es werden auch im Milchviehbereich immer größere Ställe gebaut. Zwar ist das aus Tierschutzsicht weniger problematisch als die Intensivhaltung bei Schweinen und Geflügel, ab einer bestimmten Größenordnung wird eine Weidewirtschaft jedoch praktisch immer weniger durchführbar.
Noch halten knapp 90 Prozent der Milchbauern in Schleswig-Holstein ihre Tiere auf der Weide. Von den Dauergrünlandflächen werden gut 75 Prozent beweidet. „Die Weidehaltung der Milchkühe nimmt mit zunehmender Herdengröße und Milchleistung auf Grund der Arbeitsökonomie und des Fütterungsmanagements immer mehr ab“ (Zitat Antwort der LR KA 17/2023). In Herden von unter 50 Milchkühen haben noch mehr als 90 Prozent der Kühe Weidegang, bei Herden mit mehr als 100 Kühen sind es nur noch 60 Prozent. Weiterlesen »
Die Meerespolitik ist wesentlicher Bestandteil des politischen Handelns in Schleswig-Holstein.
Bernd Voß engagiert sich als Europaausschussvorsitzender für eine aktive Rolle Schleswig-Holsteins in Europa
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat heute in einem Pressegespräch den Wert des Grünlandes für die Milcherzeugung herausgestellt. Dazu sagt der Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck:
„Bäuerliche Familienbetriebe, die ihre Kühe artgerecht auf der Weide halten, tun viel für Klima-, Gewässer- und den Artenschutz. Beweidete Grünlandflächen bereichern unsere Landschaft. Dies kommt auch dem Tourismus zu Gute. Damit die Milchbauern weiter ihre Tiere artgerecht auf der Weide halten können und das Grünland maßvoll nutzen, müssen sie für die Milch einen anständigen Preis erzielen können.“
Bernd Voß, ergänzt:
„Der Wettlauf nach unten im Lebensmitteleinzelhandel hat bei Milch groteske Züge angenommen. Der Liter Milch ist billiger zu haben als die Flasche Mineralwasser. Wir setzen uns für faire Marktregeln ein. Der Einfluss der Milchbauern gegenüber dem Handel muss gestärkt werden. Für den Milchmarkt gilt das gleiche wie für Finanzmärkte: Besser Märkte gestalten, statt Krisen verwalten. Wir wollen die Möglichkeiten der Landespolitik nutzen, eine bäuerliche, artgerechte Weidehaltung von Milchvieh zu sichern.“
Zum von der Grünen Bundestagsfraktion eingebrachten Antrag, Kleegras und Luzerne in die Vergütungsklasse II der Biomasseverordnung aufzunehmen:
„Die Bevorzugung von Mais für Biogasanlagen muss endlich ein Ende haben. Wir haben das schon im Zuge der EEG- Novellierung im letzten Sommer gefordert. Die Umsetzung dieses Antrages wäre ein erster Baustein zur Auflockerung der Fruchtfolgen. Mais-Monokulturen würden zurückgedrängt. Die Durchsetzung wirksamer Fruchtfolge-Maßnahmen in der EU-Agrarpolitik ist dann in einem nächsten Schritt unverzichtbar.“
Die Grüne Bundestagsabgeordnete aus Flensburg und Sprecherin für Energiewirtschaft, Ingrid Nestle, ergänzt:
„Vermaisung ist in Teilen Schleswig-Holsteins ein massives Problem, besonders in meinem Wahlkreis. Kleegras und Luzerne sind ein grünes Gegenmittel zur Mais-Monokultur. Damit es interessanter wird sie einzusetzen, bedarf es einer kleinen Änderung der Biomasseverordnung. Wir wollen die Energiewende konstruktiv und lösungsorientiert vorantreiben. Schwarz-gelbe Maiswüsten hingegen pokern mit der Akzeptanz der Bevölkerung und gefährden die über Jahrhunderte gewachsene schleswig-holsteinische Kulturlandschaft. Energiewende geht nur mit der Natur.
Zum Antrag Drucksache 17/9322: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/093/1709322.pdf
Landliebe – Landlust oder Landfrust – Landflucht?
Zukunft – Land
Donnerstag 03. Mai 2012 um 19:30 Uhr
Gaststätte „Landkroog“ / Todenbüttel, Hauptstr. 62
mit den Landtagsabgeordneten
Dr. Marret Bohn MdL, Sprecherin für Gesundheit und Soziales,
Direktkandidatin im Wahlkreis Rendsburg
Bernd Voß MdL, Sprecher für Europa-,Agrar- und Verbraucherpolitik
Direktkandidat im Wahlkreis Steinburg-West

